Zusammen mit Jho Kaufmann und Miyuki Motoi wird Susanne Schulz Modern- Art-Tango spielen und vor allem Stücke vom großen Tangoerneuerer und Bandoneonvirtuosen Astor Piazzolla, dem sich das Trio besonders verschrieben hat, zu Gehör bringen. Der 1921 geborene argentinische Komponist und Bandoneonspieler Piazzolla gilt als wichtigster Erneuerer des Tango und hat dieser Musik bis zu seinem Tode im Jahre 1992 mit seinen weltweit gefeierten Auftritten ihre kulturelle Identität wieder gewonnen. Vor allem aus der Feder von Jho Kaufmann stammen neuere Tangoversionen, die das Trio bei seinen Konzerten in den Kontext der Piazzolla-Musik einbaut.
Susanne Schulz stammt aus einer musikalischen Familie, in der alle Musik
gemacht haben und Musik machen. Ihr Vater Dr. Rudolf Schulz ist vielen nicht
mehr ganz so jungen Vlothoern sicher noch als Kinderarzt mit der Praxis an
der Oststraße in Erinnerung. Er ist auch im Alter immer noch als Musiker
aktiv. Die Brüder Wilhelm „Sammy“ Schulz und Stefan Schulz wohnen wie
ihre Schwestern gleichfalls nicht mehr in der Weserstadt, treten aber immer
wieder als Musiker im heimischen Raum in Erscheinung. Die ältere Schwester
Christine ist Ärztin wie der Vater und macht natürlich auch Musik,
nur eben nicht beruflich. Nach dem Abitur 1973 am Weser-Gymnasium Vlotho
studierte Susanne Schulz in Marburg und Hamburg Geschichte, Russisch und
Sport und wurde Lehrerin. Irgendwie hat dann aber die Musik doch die Überhand
gewonnen. Sie wirkte als Kammermusikerin, Solistin und Komponistin in Hamburg
und Berlin, wo sie auch heute noch wohnt. Sie gründete die Gruppe „London-Paris-New
York“ mit der sie auch in Vlotho auftrat. Dazu kam die Salsa-Band „Mujeres
Salsa Latina“, mit der sie in vielen europäischen Ländern, in den
USA und in Japan aufgetreten ist. Mit ihrem Partner Jho Kaufmann arbeitet
sie zudem als Duo „Molienda Café“. Über Auftritte in ihrer Heimatstadt
in dieser Besetzung hat der VA schon mehrfach berichtet.
Jho Kaufmann hat in Darmstadt Musik studiert, war erster Fagottist bei den
Hamburger Symphonikern, Ballett-Korrepetitor an der Frankfurter Oper, spielte
Piano und war Arrangeur für Salsa und Jazz in Amsterdam, unternahm Tourneen
in Europa und Asien und spielte mit Rosa King und Slide Hampton. Er
gehörte zu den Gründern des „Blütenzauber-Orchesters“ für
das er alle Arrangement schrieb und komponierte für die „Sechs Philharmonischen
Kontrabassisten“ in Berlin.
Die dritte im Bunde ist die japanische Pianistin Miyuki Motoi, die sich nach
Studien in Tokio und Wien diverse Preise im Beethoven- und Lombrow-Stepanow-Wettbewerb
erspielte. Dank ihrer regen Konzerttätigkeit in Europa und Japan, bei
denen sie mit dem Klarinettisten Karl Leister und dem Philharmonia- und dem
Harmonie-Ensemble Berlin spielte, kam sie mit der Vlothoerin und dem
Darmstädter in Kontakt und gehörte mit den beiden zur Band „Cantango
Berlin“, die auch eine Platte herausgebracht hat.
Das inzwischen eigenständige Trio „Cantango Nuevo“, das sich von der
traditionellen Tangofraktion getrennt hat, wird mit Susanne Schulz an der
der Violine, Jho Kaufmann am Akkordeon und Miyuki Motoi am Flügel am
Samstag, den 15. Oktober um 20 Uhr im Jugendhof Vlotho auftreten.
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