VA 12.10.2006

Von der Weser an die Alster und die Spree

Susanne Schulz spielt Tango moderner Art


Vlothoer Musikerin tritt mit Trio „Cantango Nuevo“ im Jugendhof auf

Von Bodo Kohlmeyer

Vlotho (BoDo). Auch von der Alster und der Spree zieht es Susanne Schulz immer wieder zurück an die Weser, in ihre Heimatstadt Vlotho. Die Musikerin tritt jetzt am 15. Oktober in einem Konzert mit dem Trio „Cantango Nuevo“ im Jugendhof auf.


Zusammen mit Jho Kaufmann und Miyuki Motoi wird Susanne Schulz Modern- Art-Tango spielen und vor allem Stücke vom großen Tangoerneuerer und Bandoneonvirtuosen Astor Piazzolla, dem sich das Trio besonders verschrieben hat, zu Gehör bringen. Der 1921 geborene argentinische Komponist und Bandoneonspieler Piazzolla gilt als wichtigster Erneuerer des Tango und hat dieser Musik bis zu seinem Tode im Jahre 1992 mit seinen weltweit gefeierten Auftritten ihre kulturelle Identität wieder gewonnen. Vor allem aus der Feder von Jho Kaufmann stammen neuere Tangoversionen, die das Trio bei seinen Konzerten in den Kontext der Piazzolla-Musik einbaut.
Susanne Schulz stammt aus einer musikalischen Familie, in der alle Musik gemacht haben und Musik machen. Ihr Vater Dr. Rudolf Schulz ist vielen nicht mehr ganz so jungen Vlothoern sicher noch als Kinderarzt mit der Praxis an der Oststraße in Erinnerung. Er ist auch im Alter immer noch als Musiker aktiv. Die Brüder Wilhelm „Sammy“ Schulz und Stefan Schulz wohnen wie ihre Schwestern gleichfalls nicht mehr in der Weserstadt, treten aber immer wieder als Musiker im heimischen Raum in Erscheinung. Die ältere Schwester Christine ist Ärztin wie der Vater und macht natürlich auch Musik, nur eben nicht beruflich. Nach dem Abitur 1973 am Weser-Gymnasium Vlotho studierte Susanne Schulz in Marburg und Hamburg Geschichte, Russisch und Sport und wurde Lehrerin. Irgendwie hat dann aber die Musik doch die Überhand gewonnen. Sie wirkte als Kammermusikerin, Solistin und Komponistin in Hamburg und Berlin, wo sie auch heute noch wohnt. Sie gründete die Gruppe „London-Paris-New York“ mit der sie auch in Vlotho auftrat.  Dazu kam die Salsa-Band „Mujeres Salsa Latina“, mit der sie in vielen europäischen Ländern, in den USA und in Japan aufgetreten ist. Mit ihrem Partner Jho Kaufmann arbeitet sie zudem als Duo „Molienda Café“. Über Auftritte in ihrer Heimatstadt in dieser Besetzung hat der VA  schon mehrfach berichtet.
Jho Kaufmann hat in Darmstadt Musik studiert, war erster Fagottist bei den Hamburger Symphonikern, Ballett-Korrepetitor an der Frankfurter Oper, spielte Piano und war Arrangeur für Salsa und Jazz in Amsterdam, unternahm Tourneen in Europa und Asien und spielte mit Rosa King und Slide Hampton.  Er gehörte zu den Gründern des „Blütenzauber-Orchesters“ für das er alle Arrangement schrieb und komponierte für die „Sechs Philharmonischen Kontrabassisten“ in Berlin.
Die dritte im Bunde ist die japanische Pianistin Miyuki Motoi, die sich nach Studien in Tokio und Wien diverse Preise im Beethoven- und Lombrow-Stepanow-Wettbewerb erspielte. Dank ihrer regen Konzerttätigkeit in Europa und Japan, bei denen sie mit dem Klarinettisten Karl Leister und dem Philharmonia- und dem Harmonie-Ensemble Berlin  spielte, kam sie mit der Vlothoerin und dem Darmstädter in Kontakt und gehörte mit den beiden zur Band „Cantango Berlin“, die auch eine Platte herausgebracht hat.
Das inzwischen eigenständige Trio „Cantango Nuevo“, das sich von der traditionellen Tangofraktion getrennt hat, wird mit Susanne Schulz an der der Violine, Jho Kaufmann am Akkordeon und Miyuki Motoi am Flügel am Samstag, den  15. Oktober um 20 Uhr im Jugendhof Vlotho auftreten.



Im Jugendhof werden Susanne Schulz und Jho Kaufmann zusammen mit ihrer Kollegin Miyuki Motoi moderne Tangos vom Akkordenisten Kaufmann und Astor Piazzolla darbieten.
In der Kulturfabrik stand Susanne Schulz mit ihrem Bandkollegen Matthias Gerhardt (Gitarre) und Manfred Heinig (Schlagzeug)
1985 als Trio „London-Paris-New York“ auf der Bühne. Foto: Kohlmeyer