Die aus Vlotho stammende Musikerin Susanne Schulz
an der Violine, ihr Partner Jho Kaufmann am Akkordeon und die japanische
Pianistin Miyuki Motoi zogen das Publikum in den Bann der traurig, trotzig,
getriebenen Musik aus den Hafenkneipen und Kaschemmen der argentinischen
Hauptstadt, auch wenn dies die Äußerlichkeiten im grell erleuchteten
Saal des Jugendhofs nicht erwarten ließen. Gespielt und gefühlt
wurde der „Modern- Art-Tango“ mit Stücken vom großen Bandoneonvirtuosen
Astor Piazzolla und mit Kompositionen von Jho Kaufmann. Entstanden sei der
Tango im Hafen von Buenos Aires, wo die Bewegungen der dort schuftenden schwarzen
Sklaven deren innere Unruhe und die Emotionen ihres harten Lebens widergespiegelt
und sich in tänzerischen Schritten Ausdruck verschafft hätten,
berichtete Jho Kaufmann. Astor Piazzolla habe sich erst bei seinen Studien
in Paris von seiner Lehrerin Nadia Boulanger ermutigen lassen, seine Art
des Tango, getreu seiner kulturellen Identität musikalisch auszuleben.
Damit habe der Musiker und Komponist den Tango Nuevo begründet und in
seiner konzertanten Vortragsweise Elemente der klassischen Musik und vor
allem die Eigenarten der afrikanischen Ursprünge und der sich gewachsenen
lateinamerikanischen Besonderheiten aufgenommen. Der gesungene Vortrag, durch
den der Tango vor allem durch seinen |
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte bei dem Konzert
das Tanzlehrerpaar Petra und Malte Schallhöfer, das im Jugendhof ein
Tango-Tanzseminar leitete. Die Tanzmeister aus Bremen bereicherten mit ihrer
tänzerischen Begleitung des eigentlich sehr konzertanten Vortrags die
Wahrnehmung dieser gefühlvollen und ergreifenden Musik. |